Kinder sollten die Arbeit ihrer Eltern kennen.

49heroes News   •   1. März 2019

Kinder besuchen ihre Eltern im Büro, ein Baustein unserer New Work Culture

Früher wussten Kinder, was ihre Eltern arbeiten. Der Handwerksbetrieb beispielsweise war mit im Haus, der Hof Arbeits- und Lebensraum zugleich und Arbeitszeit und Familienzeit gingen fließend ineinander über. Durch die Industrialisierung und die zunehmende Spezialisierung der Arbeit fand nicht nur eine zeitliche Trennung zwischen Arbeit und Freizeit statt, sondern auch eine räumliche Trennung zwischen Arbeit und Privatem. Daraus folgt für die Mehrheit der Kinder, dass sie den Arbeitsplatz ihrer Eltern nicht mehr kennen. Wenn sie doch einmal das Büro der Eltern besuchen, dann in der Regel nur zu besonderen Events, wie Weihnachtsfeiern oder Sommerfesten, an denen aber nicht regulär gearbeitet wird.

Für Kinder bleibt die Arbeitszeit der Eltern ein schwarzes Loch, ein Mysterium, vollkommen unverständlich was Mama und Papa den ganzen Tag an diesem fremden Ort namens Büro machen.

Leider geht Kindern dadurch die Möglichkeit verloren, die Abwesenheit des Vaters oder der Mutter mit Stolz auf deren Tätigkeit zu kompensieren.

Und – da geht es uns Erwachsenen nicht anders, als den Kindern – es fällt sehr viel leichter, die Abwesenheit eines geliebten Menschen zu verkraften, wenn man eine Vorstellung davon hat, wo der andere gerade ist und was er gerade macht. Natürlich können Eltern abends durchaus anschaulich von ihrem Tag erzählen. Da Kinder aber natürlich noch keine Erfahrung mit Büro- oder Agenturalltag haben, können diese Informationen bei ihnen nicht andocken und verpuffen dadurch gewissermaßen über den Küchentisch. Die Möglichkeit, Nähe zwischen Eltern und Kind zu schaffen, geht verloren.
Ganz anders ist es, wenn das Kind eine Ahnung von den Räumlichkeiten hat, wenn es eine Vorstellung von den Tätigkeiten der Eltern hat im Sinne von “Jetzt sitzt Mama gerade an dem großen Tisch und redet mit den Kollegen über lauter wichtige Sachen.” “Und Papa sitzt jetzt gemeinsam mit der Kollegin an seinem Schreibtisch und beide tippen lauter komplizierte Wörter in den Computer und hören dabei Musik!”.
Von da an machen die Berichte der Eltern von ihrem Arbeitstag plötzlich Sinn. Das Kind kann sie verarbeiten und sogar kleine Kinder könne mit eigenen Fragen den Arbeitstag der Eltern nachvollziehen. “Habt ihr danach wieder alle gekickert? Habt ihr wieder große Bilder an die Wand geworfen?” 

Und es ist nicht nur für die Eltern-Kind Beziehung wichtig, dass die Kinder eine bessere Vorstellung von der Arbeit ihrer Eltern haben. Nein, es ist auch für die Identität und die Persönlichkeitsentwicklung des Kindes wichtig zu wissen, was die Eltern arbeiten. Kinder definieren sich zu einem Großteil über uns Eltern, ob uns das nun recht ist oder nicht. Sie kopieren unser Verhalten, unsere Sprechweise, unsere Körperhaltung und unsere Fähigkeiten. Zu wissen, dass die Eltern in einem schönen Büro arbeiten, dort eine wichtige, zufriedenstellende und interessante Arbeit verrichten, von den Kollegen und Vorgesetzten respektiert und geachtet werden, das gibt dem Selbstbewusstsein eines jeden Kindes einen gewaltigen Pusch.

Was folgt daraus?

Deshalb werben für einen mindestens einmal im Jahr veranstalten Kinder-Tag, an dem die Kinder ihre Eltern zur Arbeit begleiten, das Büro gezeigt bekommen, erklärt bekommen, was alle in der Agentur den ganzen Tag machen, sie den Eltern beim Arbeiten zugucken können und selbst ein bisschen mitarbeiten.

  • Die Bindung zwischen Eltern und Kind wird gestärkt.

  • Das Selbstbewusstsein der Kinder wird gestärkt.

  • Die Arbeit der Mutter/des Vaters wird in der Familie positiver wahrgenommen

Ein mindestens jährlicher Kindertag ist außerdem ein wichtiger Baustein eines jeden Vereinbarkeitskonzeptes. Denn es ist eine schöne Möglichkeit, dass alle Kollegen und Kolleginnen einmal die Kinder der anderen kennen lernen. Denn seien wir ehrlich, zu Familien-Sommerfesten und Weihnachtsfeiern, da kommen die kinderlosen Kollegen nicht. Es ist aber wichtig, dass einem die Kinder der anderen bekannt sind. Denn wenn man das nächste mal gefragt wird, ob man eine Stunde länger bleiben könnte, um für den Kollegen noch etwas fertig zu machen, weil dieser wegen der Schulaufführung des Sohnes früher nach hause muss, dann macht es einen großen Unterschied, ob man den Jungen kennt und genau weiß, wie sehr er sich schon auf die Aufführung freut und er einem schon mit leuchtenden Augen berichtet hat, wie viel er dafür üben muss, oder ob man das eben nicht weiß.