Unser Weg zum klimaneutralen Unternehmen
#CO₂-Kompensation

49heroes News   •   15. November 2021

Im letzten Artikel hatten wir darüber informiert, wie wir unsere Kunden-Kommunikation klimaneutral machen. Da wir die Emissionen aber bei aller Optimierung nicht auf Null runterfahren können, werden wir die verbleibenden CO₂-Emissionen kompensieren. Hier die Informationen, die wir beim Recherchieren zu dem Thema zusammengestellt haben.

#2 CO₂-Kompensation

Einmal für alle, die die Möglichkeit der CO₂-Kompensation noch nicht kennen: Die Idee dabei ist, dass, um Klimaneutralität zu erreichen, sämtliche CO₂-Emissionen bzw. Treibhausgas-Emissionen, die sich im Rahmen der eigenen Wirtschaftstätigkeit nicht verhindern lassen, woanders eingespart werden. 

Zum Beispiel haben wir bei 49heroes in diesem Jahr bereits 6.363 E-Mails an Kunden rausgeschickt. Dies entspricht 63.630 Gramm CO₂. Wenn wir nun helfen, in einem anderen Land CO₂-Emissionen im gleichen Maße einzusparen, ist unsere Kundenkommunikation klimaneutral. 

Denn anders als zum Beispiel beim Wasserverbrauch oder der Feinstaubbelastung ist es beim CO₂ egal, wo dieses produziert oder eben eingespart wird.

Zu den häufigsten Projekttypen bei der CO₂-Kompensation zählen:

  • Investitionen in erneuerbare Energien und in die Energieeffizienz

  • Projekte zur Verbesserung von Abfall- und Abwassermanagement, um so den Austritt klimaschädigender Gase zu reduzieren

  • Projekte zur Aufforstung von Wäldern oder zum Erhalt von Mooren als natürlichen CO₂-Speichern

CO₂-Kompensation ist zunächst erstmal eine gute Sache und man könnte auf die Idee kommen, dass es dann ja gar nicht mehr nötig sei, CO₂ einzusparen. Man könnte ja auch einfach weitermachen wie bisher und jedes Jahr das verursachte CO₂ kompensieren. 

Auf Dauer würde das aber natürlich nicht gut gehen, denn wenn alle Unternehmen, alle Staaten und alle Privatpersonen so handeln würden, würden uns irgendwann einfach die Kompensationsprojekte ausgehen. Und dann ständen wir weiterhin vor der Herausforderung, unsere Wirtschaftstätigkeit umzugestalten, um den CO₂-Ausstoß zu reduzieren, nur diesmal ohne dabei für den Übergang oder für verbleibende CO₂-Emissionen auf Kompensationsprojekte zurückgreifen zu können.

Eine interessante Studie der ETH Zürich hat zum Beispiel festgestellt, dass uns aktuell 0,9 Milliarden Hektar Land zur Verfügung stehen, um darauf Bäume zu pflanzen. Mehr nicht. Sollte dieses Land mit Bäumen bepflanzt werden, wären diese, sobald sie ausreichend gewachsen sind, in der Lage, 205 Milliarden Tonnen Kohlenstoff zu speichern. Vorausgesetzt, dass dieses Land auch weiterhin für Wälder zur Verfügung steht und nicht anderweitig genutzt oder unwiederbringlich zerstört wird, könnten auf diese Weise zwei Drittel der 300 Milliarden Tonnen Kohlenstoff, die seit Beginn der industriellen Revolution verursacht wurden, auf natürliche Weise gespeichert werden. Mehr nicht. Mehr CO₂ kann über zusätzliche Bäume nicht aufgenommen werden.

Das Ziel muss also sein, die Arbeitsprozesse so weit umzubauen, dass möglichst wenig CO₂ verursacht wird. Erst dann sollten die verbleibenden Emissionen kompensiert werden. Außerdem sollte natürlich in einem kontinuierlichen Prozess immer wieder überprüft werden, ob es nicht doch möglich wäre, noch mehr CO₂ einzusparen.

Auswahl des richtigen Anbieters.

Eine wichtige Frage, die wir uns gestellt haben, war natürlich auch, wie finde ich einen guten Anbieter für die CO₂-Kompensation? Worauf soll ich bei der Auswahl eines Anbieters für die CO₂-Kompensation achten?

Wichtig ist es zunächst bei der Auswahl darauf zu achten, dass es sich bei den finanzierten Projekten um zusätzliche Projekte handelt. Also um Klimaschutzprojekte, die es nur gibt, weil Unternehmen oder Privatpersonen CO₂-Kompensationszahlungen getätigt haben. Wenn durch die CO₂-Kompensation nur die Finanzierung von bereits bestehenden Umweltschutz- oder Klimaprojekten umgelegt wird, nützt das dem Klima nichts. Also erster wichtiger Punkt: Zusätzlichkeit.

Zweitens muss natürlich beachtet werden, dass die Berechnung der CO₂-Kompensation hypothetisch ist. Das heißt, die verursachten Emissionen sind faktisch, der Nutzen der Kompensation ist aber nur geschätzt. Niemand weiß, wieviel CO₂ durch das zur CO₂-Kompensation finanzierte Projekte wirklich eingespart hat. Bei der Auswahl eines Anbieters sollte daher darauf geachtet werden, dass dieser die CO₂-Kompensation nicht zu günstig anbietet. Denn natürlich gibt es auch unter den Anbietern für die CO₂-Kompensation einen starken Konkurrenzdruck, der dazu führt, dass sich teilweise in den Preisen unterboten wird. Mit ehrlicher CO₂-Kompensation hat das dann irgendwann aber nichts mehr zu tun.

Außerdem sollte darauf geachtet werden, dass auch wirklich der Großteil des Geldes in die CO₂-Kompensation fließt und nur ein geringer Teil in den Verwaltungsapparat des jeweiligen Anbieters.

Und noch eine gute Nachricht: Bei den gemeinnützigen Anbietern ist es möglich, für die CO₂-Kompensation eine Spendenbescheinigung zu erhalten, die dann von der Steuer abgesetzt werden kann.

Weitere Informationen zum Thema CO₂-Kompensation

Umweltbundesamt: Freiwillige CO₂-Kompensation

Studie der ETH Zürich

Beispielprojekte für die CO₂-Kompensation finden sich im UBA-Ratgeber „Freiwillige CO₂-Kompensation durch Klimaschutzprojekte“ (ab Seite 12).