Tipps fürs HomeOffice #2

49heroes News   •   26. März 2020

Wenn man jetzt für mindestens die nächsten 14-Tage, vielleicht auch länger, ins HomeOffice soll, wo arbeitet man dann eigentlich? Im ersten Moment erscheint es natürlich sinnvoll, einen bestimmten Raum für die Dauer des HomeOffices zum Arbeitszimmer umzufunktionieren und zum Beispiel einen Tisch ins Schlafzimmer zu stellen oder die Küche zum Arbeitszimmer umzufunktionieren. Das haben wir am Anfang auch gedacht. Allerdings hat es sich als fatal erwiesen. Aus verschiedenen Gründen:

Tipp #2 Arbeitszimmer

  • Egal welchen Raum man zum Arbeitszimmer auswählt, vor dem HomeOffice hatte dieser Raum in der Regel eine andere Funktion und die fehlt nun.

  • Der Raum, den man für die Dauer des HomeOffices zum Arbeitszimmer bestimmt, ist häufig nicht der schönste Raum, ganz im Gegenteil. Häufig wird ein Kellerraum ausgewählt, ein Tisch ins Schlafzimmer gestellt. Alles nicht gerade darauf ausgerichtet, produktiv zu arbeiten.

  • Man ist zuhause, aber trotzdem von den anderen getrennt. Das fühlt sich weder für denjenigen schön an, der arbeitet und trotzdem die Familie hört, noch für die Familie, die zwar weiß, dass der andere zuhause ist, aber dennoch keinen Kontakt zu ihm hat.

Wir haben festgestellt, dass es für uns am besten funktioniert, wenn wir einfach mitten im Wohnzimmer arbeiten. Aus verschiedenen Gründen: Als erstes ist unser Wohnzimmer der schönste Raum in unserem Zuhause. Folglich ist es auch am schönsten, hier zu arbeiten. Zuvor hatten wir schon viel probiert. Zum Beispiel in der Küche gearbeitet, aber spätestens wenn der andere kochen muss, ist man im Weg. Wir haben auch versucht im Schlafzimmer zu arbeiten, aber ein ins Schlafzimmer gequetschter Tisch schafft einfach keine produktive Atmosphäre. Und eine gute Arbeitsatmosphäre mit einem positiven Arbeitsplatz ist die Grundvoraussetzung für ein erfolgreiches HomeOffice.

Am Leben der Familie teilhaben

Wir haben uns also fürs Wohnzimmer entschieden. Aber natürlich ist es nicht möglich, die ganze Familie aus dem Wohnzimmer zu verbannen. Also ist es das beste, diesen Raum zu teilen. Aber nicht nur, weil alle Anspruch aufs Wohnzimmer haben, finden wir es die beste Lösung, mitten in der Familie zu arbeiten.

Wir haben festgestellt, wenn wir in einem separaten Zimmer arbeiten, entstehen zwangsläufig negative Gefühle und zwar wechselseitig. Wenn ich alleine in meinem Arbeitszimmer sitze, ohne Kollegen, ohne Menschen und dabei höre, wie der Rest der Familie Spaß hat, lacht und spielt, fühle ich mich vielleicht ausgeschlossen und allein. Durch diese Gefühle kann ich mich weniger konzentrieren und werde unproduktiver. Irgendwann kommt dann zwangsläufig der Gedanke auf, dass ich mich nur deshalb nicht konzentrieren kann, weil die anderen so laut sind und ob die nicht alle ein bisschen mehr Rücksicht nehmen können. So kann ich mich dann noch weniger konzentrieren, vielleicht kommt es auch zu einem Streit, womit der Arbeitstag dann vollkommen hinüber ist.

Bin ich wiederum diejenige, die sich gerade um die Kinder kümmert und der Tag mit den Kindern ist stressig, entwickeln sich schnell Phantasien, was der andere im Arbeitszimmer eigentlich die ganze Zeit macht? Arbeitet er wirklich produktiv? Könnte er nicht schneller arbeiten? Musste das Gespräch mit den Kollegen wirklich so lange dauern? Könnte der Andere nicht auch schneller arbeiten und mir mit den Kindern und dem Haushalt helfen? Oder endlich fertig werden, schließlich habe ich auch noch viel bei der Arbeit zu tun.

Deswegen haben wir festgestellt, dass es das Beste ist, einfach mitten drin zu arbeiten. Man ist ja eh zuhause, dann kann man auch genauso gut mitten im Familienleben drin sein. Natürlich muss den Kindern erklärt werden, dass man gerade arbeitet und sie sich eher an den anderen Elternteil wenden sollen, natürlich muss man ihnen das auch mehrmals am Tag sagen, aber mit der Zeit verstehen sie es immer besser. Natürlich muss man darauf achten, dass man sich konzentriert und sich von dem Treiben der Familie nicht ablenken lässt, dass muss man aber auch im Nebenraum und das muss man auch im Büro, wenn die Kollegen sich gerade unterhalten.

Der Vorteil ist, wenn ich derjenige bin, der sich gerade um die Kinder kümmert, fühle ich mich nicht so allein gelassen, weil ich meinen Partner fragen kann, ob er kurzfristig helfen kann. Also zum Beispiel einen Blick auf die Kinder im Garten haben, während man rasch oben aufräumt, kurz das Baby im Wagen schaukeln, all solche Dinge, bei denen man gut weiter arbeiten kann. Wenn ich derjenige bin, der gerade arbeitet, fühle ich mich nicht so ausgeschlossen und versinke nicht in trüben Gedanken, wie einsam das ganze HomeOffice doch ist.

Natürlich ist man immer mal abgelenkt, guckt sich an, was die Kinder gerade machen, spricht mit dem Partner über irgendetwas belangloses. Aber im Büro ist man auch regelmäßig abgelenkt. Spricht mit den Kollegen, geht eine Runde kickern, schaut, was die anderen gerade machen. Es ändert sich also gar nichts, nur dass die Familie für eine Zeit die Kollegen ersetzt. Eigentlich auch mal ganz schön. Und umso mehr ich das HomeOffice genieße, um so produktiver bin ich.